Mittwoch, 21. Mai 2014

London, I´m coming !

It´s time to drink champagne and dance on the table.
Heute hab ich endlich nach gefühlt 100 Bewerbungen per Mail und per Post einen sicheren Praktikumsplatz in einer Kunstgalerie in London bekommen. Von Oktober 2014 bis Februar 2015 werde ich also das Leben in der Großstadt kennen lernen. Und natürlich "the british way of life". Ich hab mich wirklich so dermaßen gefreut, denn ich liebe London. Und endlich werde ich auch eine eigene Wohnung haben. Endlich etwas Freiheit und Selbständigkeit. Mittlerweile fällt mir nämlich bei meinen Eltern zuhause des Öfteren die Decke auf den Kopf. Endlich kann ich dann mal tun und lassen, was ich will ohne dass ich dauernd jemand beschwert oder ich auf jemanden Rücksicht nehmen muss.Ich wollte nirgendwo anders hin als nach London, also hab ich alles auf eine Karte gesetzt und mich erst garnicht irgendwo anders beworben. Und siehe da, es hat doch tatsächlich geklappt. Dass ich mal so viel Glück haben werde, hätte ich wirklich nicht gedacht. Dieser Auslandsaufenthalt ist in meinem Anglistikstudium nämlich vorgeschrieben und wenn London nicht geklappt hätte, wer weiß, wo ich dann gelandet wäre.


 Doch so schnell diese Freude gekommen ist, so schnell ist sie auch wieder getrübt worden. Als ich den Hörer nach meinem nur siebenminütigen Vorstellungsgespräch per Telefon niedergelegt hatte, hab ich erst mal geschrien und bin wild durch mein Zimmer gesprungen. Gottseidank war ich alleine zuhause...
Aber am selben Tag direkt danach war auch Saisonabschlussessen meiner Tanzgruppe. Und dahin zu gehen, war ein großer Fehler an diesem Tag. Denn London von Oktober bis Januar heißt für mich ein Jahr pausieren, denn ich bin genau über die komplette Saison nicht hier. Ich dachte erst wirklich, es wäre halb so schlimm mal eine Saison nicht da zu sein. Aber irgendwie hab ich mich da gewaltig verschätzt und ich wundere mich immer noch, wie ich wirklich glauben konnte, es würde mir nichts ausmachen. Schließlich mache ich das ganze seit ich denken kann. Seit ich vier Jahre alt bin, tanze ich und habe seit meinem vierten Lebensjahr auch noch keine einzige Saison, keinen einzigen Auftritt verpasst. Die kommende Saison wäre also meine 17. Ich kenne es garnicht ohne. Unvorstellbar, nun während alldem nicht da zu sein. Denn das ist einfach alles für mich, nichts bedeutet mir mehr. 
Klar, London ist eine riesen Chance, eine tolle Erfahrung und normalerweise würde ich mich auch noch immer wahnsinning darüber freuen, aber ich kann es einfach nicht. Dieses Abschlussessen mit allen Tänzerinnen und Tänzern, das Revue-passieren-lassen der letzten Saison, der Vorausblick auf die nächste, das Bilder-und Videos schauen hat mich so traurig gemacht, dass ich abends wirklich weinen musste. Und dass jeder an diesem Tag total geschockt war, dass ich in der kommenden Saison nicht dabei sein werde, hat es auf keinen Fall besser gemacht. Die ganze Nacht konnte ich kaum schlafen, und als ich dann mal schlief, habe ich, und das ist jetzt kein Witz, vom Tanztraining geträumt habe. Nicht von London. Irgendwie ein Zeichen, oder ? Jedenfalls beschäftigt mich das jetzt schon seit letzten Sonntag so ungemein, dass es mich regelrecht fertig macht. Noch nie wollte ich so dringend mit meiner Mutter über etwas reden, denn ich konnte sie erst Montagabend wieder sehen. 

Ich spiele nun wirklich mit dem Gedanken, meinen Aufenthalt in London auf Mai nächsten Jahres zu verschieben. 
Ich habe einfach das Gefühl, ich kann mich nicht auf London freuen, weil ich immer dran denken muss, was ich dann hier verpasse. Geniessen könnte ich es wahrscheinlich auch nicht. Hinzu kommt dass ich im Sommer viel lieber in London wäre als im Winter. Und ich hätte keinen Engpass, was meine Prüfungen angeht. Der entsteht nämlich, wenn ich bereits im Oktober gehe. Und seit ich mich mit diesem Gedanken auseinandersetze, gehts mir auch viel besser. Ich kann zwar immer noch an nichts anderes denken, aber das wird sich wohl erst ändern, wenn das wirklich alles in trockenen Tüchern ist und ich sowohl die Saison live miterlebe und außerdem dann danach vier Monate im aufregenden London verbringen kann. Hier für euch ein paar Bilder von meinen vergangenen Londontrips ;) 











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