Donnerstag, 26. Juni 2014

Quote of the Day

Heute bin ich mal wieder auf ein Zitat gestoßen, dass ich so nur unterstreichen kann. Und euch geht es bestimmt genauso. 


"Isn’t it funny how day by day nothing changes, but when you look back, everything is different."
-C.S. Lewis


 Es ist erschreckend, wie die Zeit verfliegt. Und wenn man sich plötzlich bewusst wird, wieviel sich verändert hat, obwohl man es so nicht wahrgenommen hat, erschrickt man sich zum zweiten Mal.  Manchmal würde ich am liebsten jede Sekunde festhalten, damit sich wenigstens gewisse Dinge einfach nicht verändern. Keine Frage, Veränderungen sind gut, Veränderungen sind notwendig. Trotzdem wünsche ich mir manchmal Beständigkeit, Sicherheit, Gewissheit. Denn gewisse Dinge sind schon so perfekt, dass die eigentlich keine Veränderungen brauchen. Oder wie seht ihr das ? 

Morgen besuche ich übrigens eine Lesung der Autorin Katharina Hacker. Sie schrieb unter anderem "Alix, Anton und die anderen" und die Fortsetzung "Die Erdbeeren von Antons Mutter". Der letzte Teil der Triologie lässt bislang allerdings auf sich warten. 
Ich bin wirklich gespannt, was mich da morgen erwartet. Ich finde es immer spannend, Autoren und Autorinnen zu treffen, auch wenn ihre Bücher wohl nicht zu meinen Favoriten gehören. Es sei nur so viel gesagt, sie ist nicht gerade ein Freund des Plots. 
Ich zitiere: "Dieser ganze Begriff, dass etwas geschieht, ist mir eher fremd." Und genauso präsentieren sich die Bücher, die ich bisher von ihr gelesen habe. 
Wenn ich Lust habe, stelle ich euch die beiden Bücher morgen vielleicht einmal vor und berichte mehr von der Lesung ;) Und ich hoffe natürlich, sie signiert mir meine Exemplare.
Bis dann, meine Lieben. 

Freitag, 20. Juni 2014

My beloved friend

Dieser Post ist für dich. Für meinen besten Freund, der für mich da war wenn kein anderer für mich da war. Der an meiner Seite war, egal was kam. Der einzige Freund, der mich genauso akzeptiert hat wie ich bin. Mein geliebter Freund aus Fell, ich liebe dich und ich vermisse dich.
Heute ist der härteste Tag, denn du bist gegangen. Ich hoffe, dass es dir dort wo du jetzt bist, gut geht. Dass du wieder genauso bellen, rennen und spielen kannst wie als junger Hund. 
Du wirst für immer mein bester Freund bleiben und für immer in meinem Herzen sein. Nichts beschreibt, wie sehr du mir fehlst. Mein bester Hundefreund, mein Doggybär, ich werde ich niemals vergessen. 

Today I´ve lost my very best friend. Thanks for being my friend when noone else was. 
Rest in Peace, my love <3 















Mittwoch, 11. Juni 2014

It´s time for Brasil !

Na, seid ihr auch schon im WM-Fieber ? Morgen gehts los und ich freu mich riesig. Normalerweise bin ich echt kein Fussball-Fan und auch definitiv kein Experte, aber unserer Nationalmannschaft schau ich immer wieder gern zu. Und so eine Weltmeisterschaft ist doch immer was ganz besonderes. Ich liebe vor allem die Stimmung, die dann im ganzen Land herrscht. Überall Flaagen und Co. Und Public Viewing ist einfach klasse. Seit heute bin ich nun auch gerüstet für die WM in Brasilien (nebenbei bemerkt bestimmt ein äußerst faszinierendes Land, das ich sehr gerne mal besuchen würde) 

Zwei Tops hab ich mir besorgt. Mir persönlich gefällt ja das Brasilienshirt viel besser, aber ich kann natürlich nicht in einem Brasilienshirt rumrennen, sollte es dazu kommen, dass Deutschland gegen Brasilien antritt. Deswegen eine brasilianische und eine deutsche Version. 
















Beide sind von New Yorker und kosten jeweils 6,95 Euro. 

Welches gefällt euch besser ? 

Welche Prognosen habt ihr für unsere Nationalmannschaft ? Es wird wirklich endlich mal Zeit für einen Titel, aber irgendwie habe ich dieses Jahr kein gutes Gefühl. Keine Ahnung, warum. Allein der Ausfall von Reus in letzter Sekunde tat mir so Leid und lässt mich noch ein bisschen mehr schwarz sehen. Wie seht ihr das ? Werden wir Weltmeister ? Oder wer wird es sonst ? 
Interessiert euch das Ganze überhaupt ? Oder seid ihr davon eher genervt und zieht euch das nicht rein ? Von wo schaut ihr denn gegebenenfalls die Spiele ? 
Ich bin natürlich gleich mal beim ersten Spiel der Deutschen gegen Portugal dank der Uni auf einer Poetikdozentur von Kathrin Röggla. Da kommt doch Freude auf. 
Ich hoffe, ihr habt da mehr Glück :)

It´s time for Brasil :)

Dienstag, 10. Juni 2014

Now playing...

Zu später Stunde führe ich wieder mal eine neue Kategorie für euch ein. "Now playing". 

Im Zuge dieser werde ich euch immer meinen aktuellen Ohrwurm vorstellen. Bei mir ist das nämlich so, dass ich ein Lied richtig tot höre. Ich höre es in der Dauerschleife, bis ich es irgendwann so dermaßen satt habe oder ein neues kommt, dass das alte verdrängt. Im Moment ist es ein Lied aus 2010. Vor vier Jahren ist es aber leider und unverständlicherweise komplett an mir vorbeigegangen. Letztens hab ich es bei Media Markt gehört und seitdem werd ich es nicht mehr los. Vorallem weil es auch genau das beschreibt, was ich gerade fühle. Ich bin es nämlich leid, von allen mehr oder weniger glücklich vergebenen zu hören, wie arm dran ich doch bin ohne Freund. Und dass ich ganz dringend einen bräuchte. Nein, brauche ich nicht. Danke. So ein Schwachsinn. Warum braucht man einen Freund bzw. eine Freundin, damit das Leben "erfüllt" ist ? Warum heißt es, dass man ohne Partner nicht glücklich ist ? Alle Menschen, die so denken, haben meiner Meinung nach ein Problem. Ein Abhängigkeitsproblem, Selbstständigkeitsproblem, wie auch immer man es nennen mag. Aber ich schweife ab. Vielleicht ist mir dieses Thema mal einen ganzen Post wert. Da könnt ich mich nämlich stundenlang drüber aufregen. 
Wie seht ihr das Ganze ? 

Aber jetzt komme ich zum eigentlich Inhalt von Now playing....

....Jason Derulo - Ridin´ Solo.  Viel Spaß ;) 



Bis zum nächsten Mal :) 


Samstag, 7. Juni 2014

That´s what friends are for.

Naa, habt ihr die heißen Tage bisher ohne Sonnenbrand überstanden ? Ich hoffe, ihr hattet die Gelegenheit, die Hitze im Schwimmbad oder sonst irgendwo am Wasser geniessen. Ich musste leider hier zuhause bleiben und an meiner längst überfälligen Hausarbeit arbeiten, aber dafür hab ich mich auch schön in die Sonne gechillt, da war das Ganze doch gleich viel erträglicher. 

Um was es in meinem Post heute jedoch geht, ist nicht der Sommer sondern die Freundschaft. 
Dazu ist mir heute ein wunderschönes Zitat ins Auge gesprungen, dem ich nur aus vollem Herzen zustimmen kann. 



Das Schönste an einer Freundschaft ist nicht die ausgestreckte Hand, das freundliche Lächeln oder der menschliche Kontakt-sondern das erhebende Gefühl, jemanden zu haben, der an einen glaubt und sein Vertrauen schenkt.


Und genauso ist es. Jeder von euch hat bestimmt auch die eine Person, egal ob männlich oder weiblich, an die ihr jetzt gerade denken musstet, als ihr das gelesen habt. Und wenn dem so ist, scheut euch nicht, dieser einen besonderen Person das auch mal zu sagen. Zu sagen, wie wichtig sie euch ist, was sie euch bedeutet und was sie euch in eurem Leben alles schenkt. Klar, irgendwie weiß man doch, wie wichtig einem der beste Freund oder die beste Freundin ist, aber dennoch ist es doch auch mal schön, es zu hören oder es gezeigt zu bekommen, findet ihr nicht ? 





Donnerstag, 5. Juni 2014

The place to be now ....

.....is Rock am Ring 2014. 

Meinen Neid auf alle, die jetzt gerade da sein können und mein Mitleid an alle anderen, die wie ich zuhause bleiben mussten. 
Da ist das Festival dieses Jahr das letzte Mal und ich habs nicht geschafft, einmal zum legendären Rock am Ring zu gehen. Deprimierend, findet ihr nicht ? Aber leider sind die Karten für mich arme Studentin einfach viel zu teuer. Das Geld für ein Ticket hab ich im Moment noch nicht mal in einem Monat zur Verfügung. Hät ich aber früher gewusst, das dieses Jahr meine letzte Chance ist, hätte ich das Geld bestimmt irgendwie locker gemacht. Irgendwas wäre mir dann schon eingefallen. Aber zu spät. 
Letztes Jahr war das Line-Up einfach der Hammer. Allein für Green Day und 30 seconds to Mars wär ich dahin gefahren. Schnee von gestern. Dieses Jahr ist Metallica (!!!!) am Start. Ich könnte heulen. 
Statt jetzt also zwischen lauter anderen jungen, gutgelaunten Menschen zu guter Musik abzufeiern, sitze ich jetzt den Rest vom Wochenende hier in meiner Bude und schreibe eine Hausarbeit. Das macht Laune. 
It´s the student´s life for me. Rockstar muss ich wohl oder übel auf unbestimmte Zeit verschieben. 

Wie sieht´s bei euch aus ? Würde ihr jetzt auch gerne bei Rock am Ring sein ? Wart ihr schonmal da ? Seit ihr vielleicht bei anderen Festivals am Start ? Und was ist eure Art von Musik ? 

So ich verziehe mich jetzt mit einem Bier auf meine Couch und ziehe mir Rock am Ring auf einsplus rein. Damit ich hier wenigstens ein bisschen Festivalstimmung abbekomme ;) 

Und um euch ein bisschen einzustimmen, hier eins meiner Lieblingslieder von Metallica für euch. 



Sonntag, 1. Juni 2014

Irgendwann kommt zusammen....was zusammen gehört ?!

Irgendwann kommt zusammen, was zusammen gehört. Glaubt ihr das ? Denkt ihr, dass das wirklich so ist ? Ich weiß echt nicht, was ich davon halten soll. Ich würde mir manchmal wirklich wünschen, es wäre so. Aber wer bestimmt denn bitte, was zusammengehört ? Und woher weiß man das denn überhaupt ? Soll man also einfach dem Schicksal seinen Lauf lassen und abwarten, dann fügt sich schon alles von alleine ? Nie im Leben glaube ich das. Tatenlos rumsitzen, man wird am Schluss schon mit dem Richtigen enden. Nein, danke, nicht mit mir. Ich glaube auch kaum, dass das wirklich der Weg zum Erfolg und zum Traumpartner, zum viel beschworenen Deckel zum Topf ist. Zu warten, bis einem der Richtige über die Füße stolpert, ist meiner Meinung nach nicht grade das, was das Leben interessant und spannend macht. Mr. oder Mrs. Right wird nicht irgendwann einfach vor der Tür stehen und mit einem Verlobungsring wedeln. Da muss ich jetzt mal leider allen, inklusive mir, die Illusionen nehmen. Denn was schon eher passt ist "Von nichts kommt nichts". Wer nur wartet, der wird nichts findet. Und wer nichts riskiert, wird auch nichts gewinnen. So einfach ist das. Und wenn ich schon mit klischeehaften Floskeln hier um mich werfe, hab ich gleich noch eine: No risk, no fun. Also an alle, die hier noch ihre bessere Hälfte suchen: Ein klein bisschen aktiv müsst ihr wohl schon werden. Und damit meine ich nicht, dass ihr erst tausend Frösche küssen müsst, bevor ihr mal euren Traumprinzen trefft. Nicht, dass ihr jeden Nächstbesten oder jede Nächstbeste als nächsten Partner erwählt, nur um zwei Wochen später zu merken, dass das auch nicht die Person war, die zu euch gehört. Ihr müsst nicht verzweifelt auf der Suche sein. Ihr müsst anderen Menschen nur mal die Chance geben, euch zu finden. Ihr müsst euch zeigen und euch nicht zuhause verschanzen und euch wundern, warum denn immer noch nicht der Richtige vorbeigekommen ist.

Jetzt bin ich ganz schön von meinem eigentlich gewählten Thema abgekommen. Irgendwann kommt zusammen, was zusammen gehört. Klar, wie bereits gesagt, kann man nicht einfach nur dasitzen und das Schicksal machen lassen, man muss schon etwas mithelfen. Aber wenn man das tut, kommt dann wirklich zusammen, was zusammen gehört ? Ziemlich unwahrscheinlich, wenn auch eine wirklich schöne Vorstellung. Jedenfalls, wenn man sich selber aussuchen kann, zu wem man gehört. Aber wenn man sich das selbst aussucht, endet ja alles eh wieder im Chaos. A liebt B, B liebt aber C, und C will wiederum A. Das Konzept ginge so also nicht ganz auf. Da muss das Schicksal seine Finger also doch in gewisser Weise mit im Spiel haben, wer sollte sonst über die hohe Frage, was im Leben zusammengehört, entscheiden. Es sei denn, man glaubt daran, dass Gott das ganze tut. Keine Frage, jeder kann glauben, an was er will, damit möchte ich niemandem zu nahe treten, aber meine Meinung ist, dass Gott damit, genau wie mit allem anderen, nichts am Hut hat. Da gefällt mir die Schicksalsvorstellung, wenn sie auch genauso schwammig und obendrein auch noch schwachsinnig ist, weitaus besser.

Der eigentliche Punkt ist: Es gibt da einen Menschen und wenn ich zu entscheiden hätte, zu wem ich gehöre, dann würde ich sagen: zu ihm. Ich dachte nie, dass solch eine Art von Seelenverwandtschaft existieren kann, aber anscheinend kann es doch. Was zwischen uns ist, ist besonders. Wir haben dieselben Hobby, die selbe Vorstellung von unserem Leben, einer Beziehung, unserer Zukunft. Und dennoch sind wir nicht zusammen. Obwohl jeder in unserem Umfeld denkt, dass wir das ideale Paar wären. Und genauso seh ich das auch. Ich fürchte nur, dass er das nicht so sieht. Allerdings werde ich mich hüten, unsere Freundschaft zu riskieren und es herauszufinden. Jaja, ich weiß, von wegen aktiv werden und so, aber unsere Freundschaft ist mir echt viel zu wichtig, als dass ich sie für soetwas Vergängliches wie eine Beziehung oder die Liebe aufs Spiel setzen würde. Und wer weiß, wie lange unsere Beziehung halten würde. Vielleicht würden wir als Paar gar nicht funktionieren. Als Freunde jedenfalls sind wir ein eingespieltes Team und das liebe ich. Dennoch lassen mich diese Gefühle nicht mehr los. So langsam bin ich etwas verzweifelt. Also liebes Schicksal: Falls du auch nur ein bisschen Ahnung hast, und du dabei bist, den Deckel für mich zu suchen, er wäre wirklich die Idealbesetzung dafür. Danke.

Vielleicht hat ja jemand von euch einen Rat für mich ?

Life of Pi

Heute poste ich hier eine der wenigen letzten vorhandenen kompletten Rezensionen, welche noch unveröffentlicht auf meinem Computer schlummern, da ich meinen letzten Blog, bei dem es nur um Bücher ging, aus diversen Gründen aufgeben musste. Ich werde wohl in Zukunft nicht mehr so oft solch ausführlichen Rezensionen zu von mir gelesenen Büchern schreiben, da mir zum vielen Lesen und auch zum darüber in dieser Form schreiben leider einfach die Zeit fehlt. Dennoch werd ich euch immer über aktuelle Bücher auf dem Laufenden halten und kurz meine subjektive Meinung dazu kundtun. Und hin und wieder werde ich vielleicht auch die Zeit finden, Rezensionen in Art der Folgenden zu schreiben. 






Titel: Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger

Autor: Yann Martel

Verlag: Fischer / € (D) 9,99

Seitenanzahl: 382

Erscheinungsjahr: 2012

ISBN: 9783596196982







Inhalt 

Pi Patel ist der Sohn eines indischen Zoobesitzers. Er erleidet Schiffbruch, als seine Familie nach Kanadaa auswandern möchte, und findet sich letztendlich
auf einem Rettungboot wider. Mit ihm an Bord : ein Orang-Utan, ein verletztes Zebra, eine Hyäne und ein bengalischer Tiger namens Richard Parker. 
Nach einiger Zeit bleiben nur der Tiger und Pi übrig und mitten auf hoher See beginnt ein Kampf ums Überleben für das ungleiche Paar. 

Bewertung

Plot/Sprache 

Der Roman ist gegliedert in drei Teile, die die einzelnen Stationen vom Protagonisten Pi Patel beschreiben. 
Die Geschichte beginnt in seiner Heimat Pondicherry in Indien. Hier wird die Vorgeschichte von Pi erzählt. Wie er zu seinem Namen kam, welchen Glaubem er angehört und außerdem viele Anekdoten von den Tieren im Zoo seines Vaters. Als Icherzähler beschreibt Pi mit Liebe zum Detail wie er zu seinem Namen kam, welchen Glaubem er angehört und außerdem viele Anekdoten von den Tieren im Zoo seines Vaters.Das Verhalten der Tiere ist gut recherchiert und wird genaustens erklärt. Unterbrochen wird diese eigentliche Handlung immer durch meistens relativ kleine kursiv gedruckte Kapitel aus der Sicht des Autors. Diese erzählen die Begegnung des Autors mit Pi Jahre nach den Geschehnissen. Am Anfang sind diese Kapitel sehr verwirrend, denn man versteht nicht sofort, von was sie handeln. Wenn man das dann allerdings nach einiger Zeit rausgefunden hat, ist der Zeitsprung von Vergangenheit zu Gegenwart eine willkommene Abwechslung und sehr interessant, den der Anfang des Romans zieht sich meiner Meinung nach ein bisschen. 
Wenn man allerdings den ersten Teil hinter sich gelassen hat und Pi letztendlich Schiffbruch erleidet, fällt es einem schwer das Buch aus der Hand zu legen, so spannend ist vorallem der Anfang des Schiffbruchs. Dem Autor gelingt es, den Leser mit jedem Wort noch mehr an das Buch zu fesseln. Sehr detailiert beschreibt Martel / Pi die Umgebung, das Rettungsboot und jede Handlung des Protagonisten. Die Genauigkeit ist nicht immer angenehm für den Leser, werden doch Wunden und das Raubverhalten der Tiere an Boot und später auch das Jagdverhalten von Pi (zum Beispiel wie er eine Schildkröte tötet und zubereitet) erschreckend realistisch dargestellt. Genau diese Tatsache verleiht dem Roman jedoch seine Authenzität und Inthenzität. Martel gelingt es, den Zustand und die Gefühle Pis so intensiv und echt darzustellen, dass man sich als Leser fast selbst so fühlt. Alles wirkt echt und ist fern von Klischees. Fachwissen über Flora und Fauna fliesst immer wieder in den Roman mit ein. Besonders faszinierend finde ich die "Beziehung" zwischen Pi und Richard Parker, die auf ihrer langen Reise zueinander entsteht. Dennoch wirkt das ganze nie unreal oder weit hergeholt. Man ist sich immer sicher, dass das ganze genauso abgelaufen sein könnte, nie verfällt Martel in Übertreibungen oder Beschönigungen, besonders wenn es um die Beziehung zwischen Protagonist und Tiger geht. Ich hatte wirklich Angst, im laufe der Reise würde sich etwas Unrealistische zwischen Richard Parker und Pi entwickeln, doch dem war nicht so. Man bleibt der Realität treu und stellt es als das da, was es ist. Eine gefährliche Raubkatze und ein Mensch, der sich durchaus zum Beutetier eines ausgehungerten Tigers entwickeln könnte.  Der letzte Teil steht im totalen Kontrast zu den ersten beiden. Es handelt sich hierbei um Auszüge eines Tonbandprotokolls. Sehr witzig zu lesen. 
Sprachlich ist das Buch relativ unkompliziert gestrickt, einfach aber dennoch sehr schön geschrieben. Ein Schreibstil, der mir persönlich sehr gefällt und mir als Leserin sehr liegt. 
Das Buch nimmt einen mit auf eine emotionale Reise. Von Mitleid, Ekel bis zu Belustigung ist alles dabei und genau das macht dieses Buch aus. Manche Stellen sind meiner Meinung nach wirklich unfassbar schön und episch geschrieben, dass sie einem fast eine Gänsehaut bescheren. Nicht umsonst besagt der Klappentext: "Eine Geschichte, die sie an Gott glauben lässt."

Charaktere

Charaktere gibt es bei einem Schiffbruch natürlich nicht so viele. Im ersten Teil erzählt Pi mehr oder weniger viel über seinen Vater, seine Mutter, seinen Bruder Ravi  und andere Familienmitglieder. Außerdem berichtet er von seinen Lehrern und anderen Personen, die ihn vor allem religiös beeinflusst haben. Tiere kann man generell nicht als Charakter bezeichnen, aber da sie in diesem Buch eine tragende Rolle spielen, erhält der Leser sehr tiefen Einblick in das Wesen von Tieren, ganz besonders in das Wesen des bengalischen Tigers Richard Parker. Der einzige menschliche Protagonist ist Pi Patel. Pi ist ein sehr vielfältiger Charakter. Dadurch, dass das Buch aus seiner Sicht geschrieben, erhält der Leser einen sehr tiefen Einblick in seine Gefühle und seinen Charakter. Sein Wesen weist viele besondere Facetten auf, das außergewöhnlichste ist vielleicht, dass Pi drei Religionen, dem Christentum, dem Islam und dem Hinduismus gleichzeitig angehören will und sie auch auslebt. Er ist sehr gläubig, sehr schlau und besonders fasziniert von den Zootieren. Ein Charakter, den man zwar nicht immer versteht, der einem aber auf Anhieb symphatisch ist. 

Cover/Einband

Wunderschönes, farbenprächtiges Cover. Passend zur Geschichte und mit dem großen Tigerkopf und der kleinen Szene darunter wirklich schön gestaltet. 

Fazit

Unbedingt lesen. Eine wirklich sehr berührende, intensive und authentische Geschichte ohne Klischees und mit einem wunderschönen Schreibstil. Erschreckend ehrlich  und mit dem nötigen Humor. “Eine Geschichte, die sie an Gott glauben lässt.”, trifft den Nagel auf den Kopf. Nicht verpassen !


4 von 5 Sternen